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An(ge)dacht


 

Kümmert euch umeinander
Der babylonische König Nebukadnezar hatte Jerusalem erobert. Die politische und religiöse Führung des Landes verschleppte er ins babylonische Exil. Nur ein kleiner Teil der Israeliten blieb in Jerusalem zurück, unter ihnen der Prophet Jeremia. Er schreibt einen Trostbrief an sein Volk in der Ferne. Doch die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Heimat nimmt er ihnen. Stattdessen schreibt er: „Baut Häuser, pflanzt Gärten, gründet Familien!“ Jeremia rät, nicht zurückzuschauen, sondern sich an die neue Situation anzupassen und einzufügen. Weiter schreibt er: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s auch euch wohl.“ Was ist „das Beste“ für eine Stadt? In der hebräischen Textfassung ist dreimal das Wort „Schalom“ zu lesen. „Suchet den Frieden der Stadt, denn wenn sie Frieden hat, dann habt auch ihr Frieden“, so die wörtliche Übersetzung. Jeremia spricht hier das Miteinander an, die Versöhnung. Denn nur so kann ein gutes Zusammenleben gelingen.
Auch heute leben Menschen verschiedenster Herkunft, Religionen und Kulturen auf engem Raum zusammen, sind Nachbarn. Sorgt euch nicht nur um euch selbst, sondern auch um eure Mitmenschen. Kümmert euch umeinander, nehmt Rücksicht aufeinander, lautet die Botschaft von Jeremia. Denn wer sich darum bemüht, dass es den Menschen um einen herum gutgeht, wer für sie Frieden schafft, der schafft auch für sich selbst Frieden.

 

Detlef Schneider